Astrofotografie

Grundlagen zur Astrofotografie
Meiner bescheidenen Erfahrung nach ist für Planetenfotografie die exakte Ausrichtung von Okular zur Kamera wesentlich. Meine Sony RX100M4 habe ich deshalb mit einem Magnetadapter und entsprechend passenden Adapterringen fest mit dem Okular verschraubt.
Achtung, die Kamera muss immer mit der Sicherheitskordel am Okular gesichert werden, weil die Magnetstärke eher etwas schwach ist. Vor allem muss die Energiesparzeit der Kamera auf das Maximum (30 Minuten) eingestellt sein. Bei kurzer Energiesparzeit kann es passieren, dass durch das automatische Abschalten, die Kamera vom Magnethalter abfällt!
Wesentlich ist, dass ein terretrisches Objekt im Okularfadenkreuz genau zum Fadenkreuz des Sucherfernrohres zentriert ist. Am besten kann man dies tagsüber an einem terrestrischen Objekt justieren. An meinem Standort benutze ich ein Bauernhaus in einer Distanz von einem Kilometer. Die Bildweite für 50 Bogensekunden entspricht 260 mm bei einer Distanz von 1 km.
Die Distanz zwischen Fensterläden beträgt geschätzte 500 mm, entspricht einem Bildfeldwinkel von 0.02728 ° = 98 Bogensekunden dies entspricht ca. 2x dem Jupiterdurchmesser.
Diese Justierung sollte immer vor einer nächtlichen Planetenaufnahme kontrolliert werden. Damit ist garantiert, dass der Jupiter im Fadenkreuz des Sucherfernrohrs avisiert auch den Kamerachip trifft.
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Terrestrisches Objekt in 1km Distanz

Das Seeing

Je nach Luftturbulenzen (Seeing) ist es Zufall die optimale Bildschärfe zu erreichen. Deutlich schärfere Mond- oder Planetenbilder werden mit einem Video von einigen Sekunden Länge und Aufnahmefrequenz mit 24 bis 50 Bilder pro Sekunde erzielt. Dazu muss aber ein komprimiertes Video in ein nicht komprimiertes Video (.avi) konvertiert werden. Nach langem Suchen habe ich im Internet eine Gratis-Software (PIPP (Planetary Imaging PreProzessor) gefunden. Mit dieser SW kann ein m2ts Video in ein nicht komprimiertes AVI Dokument konvertiert werden. Das AVI-Video kann nun im nächsten Schritt mit AutoStakkert-Software ein geschärftes Bild gestackt werden. Mit diesem Programm werden alle einzelnen Bilder des Videos zueinander zentriert und nach Bildschärfe sortiert. Aus den vielleicht 20 % schärfsten Bildern entsteht dann ein einzelnes, geschärftes Bild.

Für Mondaufnahmen ist mit afokaler Okularprojektion mit einem 40 mm Okular eine Nach- führung der Stundenachse nicht notwendig. Bei höherer Vergrösserung ist, wie für Planeten- fotografie, eine Nachführung der Stundenachse wichtig. 


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Sony RX100M4 mit Magnetadapter am Okukar gekoppel



















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Terrestrisches Objekt in 1 km Distanz